Peptide im Bodybuilding: Was sind Peptide und welche Wirkung haben sie?

Im Bodybuilding sind Peptide seit Jahrzehnten sehr begehrt. Sei es zur Beschleunigung vom Muskelaufbau, Fettabbau oder für Regenerationsprozesse.

Viele Vorteile und vergleichsweise wenige Nebenwirkungen. Natürlich kommt es hier auf das jeweilige Peptid an.

Doch was sind Peptide überhaupt und welche Wirkung haben sie im Bodybuilding?

Erfahre jetzt, warum Peptide im Bodybuilding so begehrt sind und finde heraus, ob auch du von ihnen profitieren könntest.

Was sind Peptide?

Im Wesentlichen sind Peptide einfach kurze Aminosäureketten, die überall in der Natur in Fleisch, Fisch und sogar in Pflanzen vorkommen. Natürlich können Wissenschaftler diese Peptide isolieren oder sogar selbst herstellen.

Es dauerte nicht lange, bis diese Wissenschaftler auch feststellten, dass bestimmte Aminosäureketten wirklich intensive Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.

Peptide haben eine unglaublich hohe Affinität zur Bindung an Rezeptoren, Enzyme und bestimmte Biomoleküle im menschlichen Körper und können daher gesundheitsverändernde Wirkungen haben.

Die Hauptwirkungen, die Bodybuilder suchen, sind Muskelaufbau, beschleunigter Fettabbau und Regeneration.

Peptide im Bodybuilding werden zumeist injiziert.

Die Wirkungsweise von Peptiden im Körper

Da die Struktur von Peptiden der Struktur einiger Hormone und chemischer Botenstoffe im Körper ähnelt, können sie an zahlreiche Rezeptoren im ganzen Körper binden und diese aktivieren, wodurch sie eine Vielzahl von Körperfunktionen beeinflussen.

Je nach Anordnung und Struktur können bestimmte Peptide dazu beitragen, Blutgerinnsel zu verhindern, das Immunsystem zu stärken, Zellen vor Schäden zu schützen und Cholesterin, Entzündungen und Blutdruck zu senken.

Bestimmte Peptide können auch dazu beitragen, die Freisetzung von Hormonen zu erhöhen, die bekanntermaßen das Muskelwachstum, den Fettabbau, die sportliche Leistung und die Regeneration fördern. Dies macht Peptide besonders attraktiv für Bodybuilder, die das Beste aus ihrem Training herausholen wollen.

Kurz gesagt, Peptide stimulieren Rezeptoren, die wiederum die Freisetzung von Hormonen an Ort und Stelle signalisieren und biologische Aktionen auslösen können.

Wirkung von Peptiden im Bodybuilding

Es gibt unglaublich viele verschiedene Peptide. Die Wirkung unterscheidet sich von Peptid zu Peptid, da sie allesamt unterschiedlich zusammengesetzt sind. Manche sind ideal für Leistungssportler, andere bringen kaum Vorteile für diesen Bereich mit sich.

Im Bodybuilding lassen sich Peptide grundsätzlich in 3 verschiedene Kategorien einteilen:

  • Muskelaufbau
  • Fettabbau (Abnehmen)
  • Regeneration

Im Bereich Muskelaufbau und Fettabbau kommen oft dieselben Peptide zum Einsatz. Für die Regeneration werden zumeist andere genutzt.

Regeneration bedeutet nicht nur die Erholungszeit nach dem Training zu verkürzen, sondern zudem Verletzungen wie Entzündungen schneller zu heilen.

Mit Peptiden kann die Regenerationszeit drastisch verkürzt werden.

Peptide für schnelleren Muskelaufbau und Abnehmen

Wie folgt gehen wir eher auf Peptid-Typen ein, die beim Muskelaufbau und Abnehmen helfen können.

Peptid (Typ)NutzungszweckWirkungweise
Growth Hormone Releasing Hormones (GHRH) (Beispiel: MOD-GRF 1-29)Muskelaufbausteigert die Wachstumshormonproduktion durch Bindung an den Wachstumshormon-Releasing-Hormon-Rezeptor (GHRHR)
CJC 1295Muskelaufbauerhöht die Plasmakonzentrationen von Wachstumshormon und Insulin-ähnlichem Wachstumsfaktor 1 (IGF-1)
HGH Fragment (menschliches Wachstumshormon)FettabbauFragment 176-191 wird freigesetzt, was den Fettstoffwechsel anregt. Stimulierung der Lipolyse und Blockierung der Lipogenese (Fettverbrennung bzw. Aufbau von Fett aus Non-Food-Quellen)

Wachstumshormon freisetzende Hormone (GHRH) können viel dazu beitragen, deine Ziele schneller zu erreichen. Insbesondere in der Kombination mit Wachstumshormon freisetzenden Peptiden.

Peptid (Typ)NutzungszweckWirkungweise
Growth Hormone Releasing Peptides (GHRP) (Beispiel: GHRP-6)MuskelaufbauStimuliert die Produktion von HGH und steigert das Hungergefühl durch die Produktion von Ghrelin
GHRP-2Muskelaufbau (minimaler Fettabbau aufgrund von mehr Muskeln)Erhöht den HGH-Spiegel im Körper, regt den Hunger an (um einiges weniger als GHRP-6)
IpamorelinMuskelaufbau (minimaler Fettabbau aufgrund von mehr Muskeln)Erhöht den HGH-Spiegel im Körper, regt den Hunger an (um einiges weniger als GHRP-6)
Hexarelinverbesserte Regeneration, Muskelaufbau & abnehmenStimuliert die Produktion von HGH. Verbesserte Regeneration von Muskelfasern und Gewebe.

Auch Follistatin wird gerne für den Muskelaufbau verwendet, zählt jedoch zu den eher unbekannteren Peptiden.

Neben GHRP und GHRH gibt es noch weitere Peptide, die im Bodybuilding sehr beliebt sind. Insbesondere, wenn es darum geht, Heilungsprozesse zu unterstützen.

Die Funktionsweise von GHRH

Das Growth Hormone Releasing Hormone (GHRH) ist ein Hormon, das im Hypothalamus gebildet wird. Die Hauptaufgabe des GHRH besteht darin, die Hypophyse zur Produktion und Freisetzung von Wachstumshormonen in den Blutkreislauf freizugeben.

Das Wachstumshormon regt die Produktion des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1 in der Leber und anderen Organen an, und dieser wirkt auf Gewebe im Körper, um Stoffwechsel und Wachstum zu steuern. Neben seiner Wirkung auf die Wachstumshormonausschüttung beeinflusst das Growth Hormone Releasing Hormone auch den Schlaf, die Nahrungsaufnahme und das Gedächtnis.

Als Bodybuilder will man natürlich mehr Wachstumshormone. Wachstumshormone helfen dabei, das Muskelwachstum anzuregen, abzunehmen, jünger auszusehen und Regenerationsprozesse zu beschleunigen.

Die Funktionsweise von GHRP

Das wachstumshormonhemmende Hormon ist eines der Hormone, die der Hypothalamus herstellt (GHIH). Es setzt ein Limit für das mögliche Körperwachstum. Es ist im Grunde eine Sicherheitsvorkehrung, die dafür sorgt, dass der Körper nicht zu groß wird.

Genau hier kommen GHRP (Growth Hormone Releasing Peptides) ins Spiel.

Wissenschaftler glauben, dass GHRP wirken, indem sie das angesprochene GHIH reduzieren. Die Peptide werden im Labor hergestellt und wirken auf sehr spezifische Rezeptoren im Hypothalamus und in der Hypophyse. Da es sich um eine relativ “neue” Art von Peptiden handelt, die schwer zu erforschen ist, weiß niemand genau, warum sie wirken. Man weiß jedoch, dass sie wirken.

Folgendes konnten wir aus einer Studie entnehmen:

“Derzeit gibt es mehrere Hinweise, die die Idee unterstützen, dass GHRPs durch die Blockierung der somatostatinergischen Aktivität sowohl in der Hypophyse als auch im Hypothalamus und/oder zumindest teilweise durch einen GHRH-vermittelten Mechanismus wirken könnten.”

Peptide für verbesserte Regenerationsprozesse bei Verletzungen

Viele Sportler, insbesondere diejenigen, welche an Wettkämpfen teilnehmen, nutzen nach Verletzungen bestimmte Peptide.

Gut zu merken ist dies bei gewissen Influencern im Bodybuilding Bereich. Immer wieder kommt es zu Verletzungen, wie der Abriss oder das Überdehnen eines Muskels. Meist dauert es nur ein paar Wochen, bis die Sportler – fast wie gewohnt – ihr Training weiterführen.

Wer sich aktiv mit der Bodybuilding-Szene beschäftigt und selbst trainiert, wird bei einer solch schnellen Heilungsphase skeptisch. Zurecht. In fast allen Fällen wird – teils beruhend auf Vermutungen, teils bestätigt – mit Peptiden oder ähnlichen Substanzen gehandhabt.

Bekannte Peptide zur Beschleunigung von Heilungsprozessen:

Die Einnahme von Peptiden: Muss ich sie spritzen?

Möchtest du Peptide einnehmen, solltest du keine Angst vor Spritzen haben. Zwar gibt es für manche Peptide auch Nasensprays oder Pflaster, jedoch ist die Wirkung hier mit einer hohen Wahrscheinlichkeit weniger effektiv.

Die Nasensprays stellen jedoch eine gute Alternative für die Personen da, welche mit Spritzen absolut nicht klarkommen.

Subkutane Injektionen

Sie kneifen einfach eine Hautpartie ein und stechen die Nadel durch sie hindurch.

Tipp: Du solltest eine Körperstelle in der Nähe der eigentlichen Verletzung injizieren.

Intramuskuläre Injektion

Intramuskuläre Injektionen sind schwieriger als subkutane Injektionen, weil man die Nadel nicht einfach unter die Haut stechen kann. Stattdessen musst du die Nadel so nah wie möglich an der schmerzenden Stelle in den Muskel “stechen”.

Intravenöse Injektion

Die Nadel wird direkt in die Vene gestochen, in der Regel am Handgelenk, am Ellbogen oder am Handrücken. Das ist ziemlich schwierig, und wir würden es nur mit einem Arzt empfehlen oder wenn du wirklich weißt, was du tust.

Peptide Nebenwirkungen: Kann die Einnahme zu Probleme führen?

Die meisten Fitnessstudio-Besucher und Bodybuilder, die injizierbare Peptide verwenden, extrapolieren die Vorteile für den Muskelaufbau und den Fettabbau aus Studien an Nagetieren und anekdotischen “Daten” von Gleichgesinnten in Internetforen.

Bisher bekannte Peptid Nebenwirkungen im Bodybuilding.

Es überrascht nicht, dass Peptide oft mit anderen “Softcore”-PEDs wie selektiven Androgenrezeptormodulatoren (SARMs) in einen Topf geworfen werden, obwohl es sich um eine völlig andere Wirkstoffklasse mit anderen Wirkmechanismen handelt.

Seltsamerweise stehen viele Menschen der Verwendung von SARMs für das Bodybuilding aufgeschlossen gegenüber, obwohl sie in klinischen Studien eine schlechte Erfolgsbilanz aufweisen. (Burmeister et al., 2020 1)

Man kann mit Sicherheit sagen, dass GHRPs und andere synthetische Peptide im Allgemeinen weniger riskant sind als SARMs, aber sie können immer noch Nebenwirkungen verursachen, die mit der Einnahme von HGH vergleichbar sind, wie z. B.:

  • Wassereinlagerungen: Manche Peptide, die HGH imitieren, können Wassereinlagerung sowie Blähungen verursachen
  • Kopfschmerzen
  • Karpaltunnel: Manche Peptide, die HGH imitieren, können das Carpet-Tunnel-Syndrom hervorrufen
  • verringerte Insulinempfindlichkeit: Kann zu Fettvermehrung, Entzündungen und einem prä-diabetischen Zustand führen
  • Erhöhung des Cortisols: Mögliche Insulinresistenz, Fettzunahme, Muskelabbau, Müdigkeit und Libidoverlust

Darüber hinaus bergen sowohl SARMs als auch synthetische Peptide ein hohes Risiko von Nebenwirkungen, da niemand weiß, woher diese Verbindungen stammen, wenn sie online bestellt werden.

Die Chance, dass du nicht einmal das erhältst, was du bestellst, ist recht hoch.

Sind Peptide im Bodybuilding legal?

Es gibt unserer Recherche nach kein Gesetz, dass die Nutzung von Peptiden für Endverbraucher verbietet. Sie sind also nicht offiziell illegal.

Legal sind sie allerdings auch nicht. Ansonsten würde man reichlich lokale Shops finden, die Peptide verkaufen.

Immerhin handelt es sich um im Labor hergestellte Substanzen, die kaum menschliche Studien verzeichnen können.

Im Wettkampf-Sport sind Peptide verboten, da sie einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Da die gesetzliche Lage sehr undurchsichtig ist, beziehungsweise es keine klare Regelung gibt, sind Online-Shops sehr vorsichtig. Fast immer wird angegeben, dass die Peptide lediglich für Forschungszwecke zugelassen sind. Nicht für den Eigenkonsum.

Natürlich werden sie trotzdem an jedermann verkauft. Der Shop möchte sich somit nur vor rechtlichen Schwierigkeiten schützen.

Bestellst du online Peptide, kann es sein, dass diese beim Zoll abgefangen werden.

Zumeist wird bei dir nachgehakt, worum es sich bei den Produkten handelt und wofür du sie nutzen möchtest. Bestenfalls teilst du nicht mit, dass du sie fürs Muskelwachstum nutzen möchtest.

Anschließend werden die Peptide in ein Labor geschickt, um zu überprüfen, ob illegale Substanzen enthalten sind.

Hast du Glück, werden die Peptide anschließend zugestellt, da sie grundsätzlich nicht illegal sind.

Im Zweifel werden die Produkte einbehalten oder zerstört.

Mit rechtlichen Konsequenzen musst du normalerweise nicht rechnen.

Quellen

  1. Burmeister, Fincher, & Graham. (2020, June 18). Recreational Use of Selective Androgen Receptor Modulators. Recreational Use of Selective Androgen Receptor Modulators. https://doi.org/https://www.uspharmacist.com/article/recreational-use-of-selective-androgen-receptor-modulators

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